
Stellen Sie sich vor, Sie müssen 23 Stunden des Tages in einer Zelle verbringen, die etwa 6 m² groß ist. Ihr ganzer Besitz passt in ein paar Kartons und die einzige Abwechslung ist, wenn dreimal täglich Essen durch eine Öffnung in der Tür geschoben wird. Essen, das oftmals kaum genießbar ist.
Die Isolation ist unerträglich. Todestraktinsassen sind in Zellen untergebracht, die als Isolierzellen gebaut wurden. In diesen Isolierzellen sollten ursprünglich Gefangene zu disziplinarischen Zwecken untergebracht werden für eine Dauer von maximal drei Monaten. Alle Studien zeigen, dass eine längere Isolierung in diesen Zellen zu schweren psychischen Schäden führen kann. Todestraktinsassen verbringen den Rest ihres Lebens – oftmals viele Jahre – in diesen Zellen.
Können Sie sich vorstellen, wie wichtig Kontakte zur Außenwelt in
dieser unmenschlichen Umgebung sind?
Brieffreunde bringen durch ihre Briefe Abwechslung in das Leben
eines Todestraktinsassen. Sie sind der Kontakt zur Außenwelt. Sie
zeigen dem Insassen, dass er/sie nicht vergessen ist, nicht lebendig
begraben.
Zeichnung Michael G., TX