
Am 18. Oktober 1991 gegen 22.30 Uhr geschah ein versuchter Raub
in einem Computergeschäft in Fountain Valley, Kalifornien. Dabei
wurde eine Frau, Kathy Lee, erschossen.
Als ein Polizeioffizier, Raymond Rakitis, zu dieser Zeit am
Computergeschäft vorbeifuhr, hörte er einen Schuss und fuhr auf den
Parkplatz. Dort bemerkte Officer Rakitis einen silbergrauen BMW, der
sich vom Tatort entfernte. Er sah auch zwei Männer in diesem BMW.
Den Fahrer des Wagens beschrieb Rakitis als "männlichen Schwarzen,
ca. 20 - 24 Jahre alt), den anderen Insassen als "braunhäutigen Mann
mit Jheri - Locken" Es ist sehr wichtig zu wissen, dass Bill zum
Zeitpunkt des Verbrechens bereits 38 Jahre alt war, sein Haar war
kurz und begann, sich zu lichten.
Officer Rakitis hat ihn auch niemals als Insassen des BMW
identifiziert!
Die beiden Männer fuhren weg und wurden niemals aufgegriffen.
Am Tatort wurde ein Verdächtiger festgenommen, in dessen Besitz die Waffe war, mit der Ms. Lee getötet worden war.
Die Untersuchungen begannen und ein Ermittler, Steve Williams,
wurde vom Fountain Valley Polizeidepartement mit dem Fall
beauftragt.
Der Verdächtige wurde verhört und erwähnte zu keiner Zeit Bill Clark
oder sagte aus, dass er in dieses Verbrechen verwickelt wäre.
Und die Leute, die er benannte, waren Bill unbekannt.
Ungefähr vier Tage nach der Tat wurde ein U- HAUL- Truck ( Miet-
Truck) auf einem Parkplatz, einen Block entfernt vom Ort des
Verbrechens, entdeckt.
Die Ermittler vermuteten, dass dieser Truck irgendwie im
Zusammenhang mit der Tat stände.
Daraufhin wurde der Truck auf Fingerabdrücke untersucht, und man
fand auch verschiedene Abdrücke, allerdings keine von Bill Clark.
Anfang November 1991 wurde noch ein anderer Ermittler vom Büro
des Bezirksstaatsanwaltes, Frank Grasso, mit dem Fall betraut.
Beide Ermittler, Williams und Grasso, arbeiteten von nun an zusammen
und hatten beide die gleichen Informationen über diesen Fall.
Im Laufe ihrer Ermittlungen fanden sie Beweise, dass nicht Bill in
den Fall verwickelt war, sondern andere Personen.
Eines der Dinge, die man herausfand, war dass der Truck mit einem
gefälschten Führerschein von einer bekannten Diebin und
Drogensüchtigen, namens Jeannette Moore, angemietet worden war.
Sie fanden auch heraus, dass Bill einst unter der Adresse auf dem
Führerschein gelebt hatte, der zum Anmieten des U-HAUL-Trucks
benutzt worden war.
Als man dann seine Vergangenheit unter die Lupe nahm, kam dabei auch
heraus, dass er einst einen BMW besessen hatte, allerdings ein
anderes Modell und von anderer Farbe, als der Wagen, den Officer
Rakitis beschrieben hatte. Nach weiterführenden Ermittlungen
entdeckten sie auch, dass Bill schon mal mit dem Gesetz in Konflikt
geraten war, es handelte sich dabei jedoch um keine Gewalttat. Aber
die Ermittler entschieden daraufhin, er müsse schuldig sein.
Wie auch immer - die Beweise reichten weder für eine Verhaftung
noch für eine Anklage.
So entschieden sie sich, falsche Beweise zu "pflanzen", um ihn
überführen zu können und entlastende Beweise verschwinden zu lassen.
Um eine Anklage auf die Beine zu stellen, war ein Brief aufzusetzen,
in dem alle Details über Bill standen, die während der Ermittlungen
offenbar geworden waren, ebenso Details über das verbrechen, den
BMW, während man andere Ermittlungsergebnisse verschwinden ließ, z.
B. über die Aussagen von Officer Rakitis. Dafür fügte man dann noch
einige falsche Informationen hinzu, die ihn noch schuldiger
erscheinen ließen.
Endlich fanden sie jemanden, der diesen Brief aufsetzte und ihn
unter "Anonymus" an die Polizei in Fountain Valley zu schicken...
Warum passt die Beschreibung, die Officer Rakitis vom BMW und
dessen Insassen abgegeben hatte, nicht zu Bills Auto.
Weil er am 18. 10. 1991 nicht am Tatort war, und es so ganz sicher
nicht sein BMW war, der dort gesehen wurde.
Bill war von 18.45 Uhr bis 21.45 Uhr in einem Aufnahmestudio in
Glendale, Kalifornien. Er hatte dort mit vier Freunden an einem
Musik- Projekt gearbeitet.
Keiner seiner Freunde ist je in Konflikt mit dem Gesetz geraten.
Sie hatten ein Demo-Band aufgenommen, in der Hoffnung, einen Vertrag
zu bekommen.
Der Termin am 18. Oktober war der letzte von insgesamt drei
Aufnahmetagen, vor allem, um den Sound zu mischen. Die
vorhergehenden Wochenenden hatten sie damit verbracht, den Gesang
und die Musik- Tracks aufzunehmen.
In der Nacht der Aufnahme war der BMW zu Hause in der Garage, und
Bill ist mit seinem Dodge Caravan zum Studio gefahren. Nach
Verlassen des Studios fuhr er geradewegs nach Hause zu seiner Frau
und den Kindern!
Am 23. September 1992 wurde Bill unter Anklage des Mordes an
Kathy Lee eingesperrt.
Nach seiner Inhaftierung im Orange County-Gefängnis bestellte das
Gericht einen Anwalt und einen Ermittler.
Während des Gefängnisaufenthaltes bekam Bill Anrufe und Besuche von
einer jungen Frau, die er bereits vor der Verhaftung, während einer
kurzzeitigen Trennung von seiner Frau, getroffen hatte. Sie heißt
Antoinette Yancey.
Die schüchterne, intelligente und mitfühlende Frau war niemals zuvor
in Konflikt mit dem Gesetz geraten.
Bills Ermittler tat sein bestes, um ein Gespräch mit einer Zeugin
der Anklage, Ardell Williams, zu bekommen, allerdings ohne Erfolg.
Die Bemühungen um ein Gespräch mit dieser Zeugin basierte auf der
Annahme, dass ihre Aussagen offenbar daher rührten, dass die
Staatsanwaltschaft sie mit Details und Informationen über Clark und
den Fall versorgt hatte.
Der Ermittler hatte versucht, sie sowohl im Hause ihrer Mutter, als
auch bei ihrer Schwester oder ihrer damaligen Arbeitsstelle, einem
Disney- Geschäft, zu erreichen, jedoch vergebens.
Wie bereits erwähnt, hatte die Polizei während der ersten drei
Monate der Ermittlungen herausgefunden, dass Bill schon mal Probleme
mit dem Gesetz hatte. Er war in Las Vegas verhaftet worden, wo er
versucht hatte, gestohlenen Traveler-Schecks einzulösen.
Es kam ebenfalls heraus, dass Ardell zur gleichen Zeit inhaftiert
gewesen war.
Ardell hatte Bewährung wegen des Diebstahls von Computer - Zubehör
im Werte von $ 15.000 in einem Geschäft in Torrance, Kalifornien, wo
sie beschäftigt gewesen war.
Eine Bedingung für ihre Bewährung war, sich zukünftig von den beiden
Personen fernzuhalten, die an diesem Diebstahl beteiligt waren.
Als Grasso und Williams mitkriegten, dass Ardell diese Auflagen
verletzt hatte, wurden sie sich darüber klar, dass Ardell eventuell
bereit sein könnte, ihnen zu helfen, Bill das Verbrechen in Fontain
Valley anzuhängen, wenn sie ihr helfen würden, nicht wieder
eingesperrt zu werden. Sie entschloss sich mitzumachen, und die
Ermittler trafen sich heimlich mit Ardell und versorgten sie mit
allen notwendigen Informationen über Bill und das Verbrechen.
Bills Verteidiger haben Beweise für diese geheimen Treffen gefunden
und dafür, dass Ardell durch die Polizei instruiert worden war.
Am 13. März 1994, zwei Jahre nach meiner Verhaftung, wurde Ardell
Williams ermordet aufgefunden. Ihre Leiche wurde auf einem
Geschäftsparkplatz in Gardena, Kalifornien entdeckt. Sie war mit
einem Kopfschuss regelrecht hingerichtet worden. Der Mord geschah an
einem frühen Sonntagmorgen, und es gab keine Augenzeugen, und
niemand wurde am Tatort oder in dessen Nähe verhaftet.
Es gab Beweise, eingeschlossen der Fingerabdrücke, die man an
Ardells Auto fand und eine Zigaretten- Kippe (für einen DNA-Test),
welche man nahe bei Leiche gefunden hatte.
Keines dieser Beweise stand in irgendeiner Beziehung zu Antoinette
oder irgendeinem anderen Menschen, den Bill kennt. Er selbst war zu
dieser Zeit bereits eineinhalb Jahre im Gefängnis.
Vier Tage nach dem Mord an Ardell kam Antoinette wie üblich zu
Besuch zu Bill und wurde verhaftet.
Beide wurde wegen Mordes an Ardell angeklagt.
Eine anonyme weibliche Person lockte Ardell zum Tatort, angeblich,
um ein Einstellungsgespräch mit ihr zu führen.
Diese anonyme Frau hatte sich zuvor per Telefon mit Ardell und deren
Familie
angefreundet. Aber weder Ardell, noch ihre Familie haben diese Frau
je gesehen oder sich mit ihr getroffen.
Nach Antoinettes Verhaftung fuhr die Polizei zu Ardells Familie, um
ihnen von der Verhaftung zu erzählen. Auch einige Tageszeitungen
hatten Antoinettes Namen inzwischen erwähnt... und er war Ardells
Familie bekannt.
Um Antoinette verhaften zu können, mussten die ermittelnden Beamten
eine Verbindung zwischen ihr und dem Mord herstellen. Was sie taten,
war eine "Stimm- Identifikation", die es Ardells Familie leicht
machte, Antoinettes Stimme als die der anonymen Anruferin
herauszuhören.
Wie leicht? Nun, die Polizei wusste, dass die Familie bereits den
Namen Antoinette Yancey kannte, und sie spielten das Band ihres des
polizeilichen Verhörs vor - den Teil, wo Antoinette ihren Namen
nennt und buchstabiert.
Es gibt kein einziges mitgeschnittenes Telefongespräch oder einen
von Bill geschriebenen Brief, in dem er jemanden frage oder
beauftrage, den Mord an Ardell zu begehen.
Ardell wurde unter Vorspiegelung eines Einstellungsgespräches zum
Tatort gelockt worden war.
Wer wusste, dass Ardell einen Job brauchte? Antoinette? Natürlich
nicht.
Ermittler und Anwalt? Wohl kaum... man dachte doch, Ardell würde in
diesem Disney- Shop arbeiten.
Der Ermittler fand später heraus, dass Ardell dort gefeuert worden
war. Für ihre Kündigung verantwortlich war der Vater ihres Babys,
Tony Mills. Tony und Ardell waren in einen erbitterten Streit um das
Sorgerecht für das Kind verwickelt. Tony, immer versucht, Ardells
Ansehen vor Gericht zu schädigen, entschied sich, Ardells Kündigung
zu veranlassen und benutzte dazu seine Kenntnis über Ardells
begangenen Diebstahl.
Er nahm Verbindung zum Manager im Disney- Shop auf und erzählte ihm
davon, der seinerseits informierte den Sicherheitsdienst. Ardell
wurde verhört, und aus Angst vor erneuter Verhaftung gab sie alles
zu. Ihr wurde sofort gekündigt.
Tony Mills wusste, dass Ardell einen neuen Job brauchte und die
Anrufe der anonymen Frau begannen kurze Zeit, nachdem Ardell ihren
Job im Disney- Geschäft verloren hatte.
Wie schon erwähnt wurde vom Gericht ein Anwalt bestellt. Dieser
Anwalt hat nichts für den Beweis von Bills Unschuld getan, oder auch
nur, um den Beweis zu erbringen, dass der Fall gegen ihn auf Lügen,
Behauptungen und Rassismus beruhten.
Ja, Rassismus hat eine wichtige Rolle diesem Fall gespielt, für den
Schuldspruch und ebenso die Verurteilung zum Tode. Bill wurde von
einer "weißen" Jury schuldig gesprochen.
Bei der Identifizierung durch Fotos war Bill der einzige Schwarze in
der Fotoreihe...
Die nachfolgenden Cartoons stammen aus der Serie "The Bottom Line". "The Bottom Line" sind gesellschaftskritische Cartoons, die sich vor allem mit der Ungerechtigkeit in der US amerikanischen Justiz beschäftigen.
Mit dem "Death Row" Cartoon hat Bill beim Kunstwettbewerb der "Fortune Society" den zweiten Platz belegt. Ein T-Shirt mit dem Motiv ist im ALIVE-Shop erhältlich.


ALIVE Gedichtbuch mit Gedichten von Bill u.a.

Erhältlich im ALIVE-Shop:
www.alive-shop.com
William (Bill) Clark
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