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11. Januar 2003 Aaron ist frei nach mehr als 12 Jahren im Todestrakt 10. Januar 2003 Gouverneur Ryan spricht Begnadigung basierend auf Unschuld aus... Aarons erste Worte in Freiheit zur Presse: "Ich kenne die meisten von euch Jungs. Wie geht es Ihnen, Dave Savini? Danke für die vielen Berichte, vielen Dank. Unglaublich, es ist ein Wunder. Sie wissen, Wunder geschehen. Der Gouverneur hat eine außergewöhnliche Rede gehalten, aber ich möchte dieses Statement sehr klar machen..." "Ich bin sicher viele von Ihnen haben schon zuvor mit mir gearbeitet und Sie alle wissen, wie schwer es war meinen Fall öffentlich zu machen." "Ich habe an verschiedene Medien und an Ermittler geschrieben, um meinen Fall zu betrachten, Sie wissen. Einige von Ihnen haben geantwortet, eine von Ihnen nicht. Es ist sehr wichtig, dass Sie sich mit den Fällen der anderen Jungs im Todestrakt beschäftigen und im Gefängnis. Es sind mehr Unschuldige eingesperrt. Es SIND mehr Unschuldige eingesperrt." |
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Übersicht über den Fall
Lt. Jon Burge
Marva Hall
Was spricht noch für Aaron?
Eidesstattliche Erklärung von
Mack Ray
Der Fall in den Medien
Rafaela und Vincente Sanchez, ein älteres Ehepaar aus Chicago, wurden 1986 brutal ermordet in ihrem Haus aufgefunden. Es gab keine Einbruchsspuren. Das Paar war dafür bekannt, mit gestohlenen Dingen zu handeln.
Aaron wurde am 30. April 1986 verhaftet und in einen Verhörraum
der Chicagoer Polizei gebracht. Er wurde mit Handschellen an einen
Metallring in der Wand gekettet. Das Verhör stand unter der Leitung
von Lt. Jon Burge und ging über Stunden. Patterson wurde geschlagen,
man zog ihm eine Schreibmaschinenhaube aus Plastik über den Kopf und
raubte ihm so die Luft zum atmen, bis er bereit war, alles zu sagen,
was man hören wollte.
Dann kam Lt. Burge mit Staatsanwalt Kip Owens in den Raum. Patterson
bat darum, mit dem Staatsanwalt allein reden zu können. Als Burge
den Raum verließ, sagte Owens, er habe gehört, dass Patterson
gestehen wolle. Patterson sagte, er sei unschuldig und die Beamten
haben ihn misshandelt, um ein Geständnis zu erzwingen. Owens sprach
darüber mit Lt. Burge und der wurde nur noch wütender. Das ging bis
zu der Drohung, Patterson könnte einen "zufälligen Tod" auf der
Polizeistation erleiden. Stunden später erschien ein anderer
Staatsanwalt. (Später fand Patterson heraus, dass Owens nicht bereit
gewesen war, ihn wegen Mordes anzuklagen.)
Staatsanwalt Troy hatte nun ein Geständnis aufgesetzt und wollte
Patterson dazu bringen, dieses zu unterschreiben. Troy versprach ein
Telefonat, wenn Patterson versprach, dann zu unterschreiben. Er
stimmte zu. Seine Familie war nicht zu erreichen und der einzige
Anwalt, den er kannte, weigerte sich zum Revier zu kommen, warnte
aber davor, irgend etwas zu unterschreiben.
Später legte Troy ein von ihm handgeschriebenes Geständnis zur
Unterschrift vor und verlangte die versprochene Unterschrift. Das
Geständnis begann damit, dass Patterson "sagte", er sei gut
behandelt worden...
Trotz weiteren Drucks unterschrieb Aaron Patterson nicht.
Aaron Patterson gehört zu den 11 Männern, die von Lt. Jon Burge
und seinen Leuten gefoltert wurden und die man später aufgrund der
angeblichen Aussagen in den Todestrakt steckte..
Im Jahre 1989 wurde Burge bei der Polizei von Chicago gefeuert, weil
man ihn für die Folterung von mehr als 60 Schwarzen verantwortlich
machte. Elektroschocks wurden dabei eingesetzt, man zog den Männern
Abdeckhauben von Schreibmaschinen über das Gesicht und nahm ihnen so
jegliche Möglichkeit zum Atmen, spielte russisches Roulette,
bedrohte sie mit dem Tode. Folterungen wie sie auch Aaron Patterson
am eigenen Leib erfuhr.
Eine weitere wichtige Rolle im Prozess 1989 spielte die Aussage
von Marva Hall, der einzigen Zeugin der Staatsanwaltschaft. Ms. Hall
war keinesfalls Zeugin des Verbrechens. Sie war die Cousine von
DeElwood White, der ursprünglich als Tatverdächtiger ermittelt
wurde. Die damals 16-jährige wollte ihren Cousin schützen und wurde
von der Staatsanwaltschaft missbraucht, um einen Fall gegen
Patterson aufzubauen.
Sie sagte vor Gericht aus, Patterson hätte ihr gegenüber die Tat
eingestanden. In der Aussage hieß es u.a., Patterson habe gesagt, er
habe siebenmal auf die Opfer eingestochen, das passt aber nicht mit
den Ergebnissen der Autopsie zusammen.
Marva Hall nahm die belastende Aussage bei verschiedenen
Gelegenheiten zurück und es gibt auch eine eidesstattliche
Erklärung, in der sie zugibt, im Prozess gelogen zu haben. Grund sei
gewesen, dass der damalige Staatsanwalt, Jack Hynes, ihr drohte, sie
ins Gefängnis zu stecken, wenn sie nicht gegen Patterson aussagen
würde.
* Es wurde keine Tatwaffe gefunden.
* Blutige Fingerabdrücke und Fußabdrücke passten nicht zu Aaron.

Ich, Mack Ray, habe ordnungsgemäß geschworen und erkläre
Folgendes:
Ich gebe diese eidesstattliche Erklärung ab, um die
Unschulds-Behauptungen von Eric Caine und Aaron Patterson im
Mordfall Sanchez zu unterstützen.
Ich hatte die Sanchezes getroffen bevor sie ausgeraubt und ermordet
wurden, und baute ein Vertrauensverhältnis zu ihnen auf. Um ihr Haus
bewachen zu lassen, hatten die Sanchezes Hunde, welche man unter
Kontrolle bringen konnte, wenn man sie kannte und sie fütterte.
Nachdem Willie „Meatloaf“ Washington aus dem Gefängnis entlassen
wurde, stellte ich ihn den Sanchezes vor. Willie war auch unter dem
Spitznamen „Boo“ bekannt.
Einmal, als Willie und ich zu den Sanchezes gingen, zeigte uns Mr.
Sanchez seinen tragbaren Safe, den er in einem Schlafzimmer
deponierte. Als er den Safe öffnete und uns den darin befindlichen
hohen Geldbetrag zeigte, fielen Willie beinahe die Augen aus dem
Kopf.
Nach diesem Ereignis wurden Willie und Wayne immer freundlicher zu
Mr. Sanchez.
Etwa zehn Mal sprach Willie davon, die Sanchezes auszurauben. Das
letzte Mal sprach er davon im Januar oder Februar 1986, kurz bevor
ich festgenommen wurde. Damals waren auch Wayne und eine Frau
anwesend und Willie sagte, wir sollten sie (die Sanchezes) fesseln
und ausrauben und dass wir sie möglicherweise kalt machen müssten,
da sie unsere Gesichter kannten.
Ich saß von Januar 1986 bis November 1986 im Gefängnis. Während
dieser Zeit hatte ich zwei Telefonate mit Wayne Washington, dem
jüngeren Bruder von Willie.
In einem dieser Telefonate war Wayne im Haus meiner Großmutter und
er sagte „Wir haben etwas Schlimmes getan“ und „Du wirst mich hassen
dafür“. Obwohl Wayne nicht erwähnte, was sie getan hatten, hatte ich
das Gefühl, dass sie die Sanchezes umgebracht hatten, da Willie
zuvor von so etwas gesprochen hatte.
Als ich im November 1986 aus Logan entlassen wurde, nahm Wayne den
Bus nach Lincoln um mich zu treffen. Er hatte jede Menge Geld, trug
Designer-Kleidung und veranstaltete beinahe jede Nacht Partys.
Jeder schien zu wissen, dass das Geld von den Sanchezes stammte.
„Das ist die Kohle von den Sanchezes“, sagten die Leute. Wayne trug
ein großes Medaillon, welches ich den Sanchezes verkauft hatte,
bevor ich ins Gefängnis kam. Wayne schien sich verändert zu haben,
nachdem ich draußen war. Er sagte mehrmals, er habe einen Fehler
gemacht. Er war deprimiert, trank sehr viel, nahm viel Drogen und
brach weinend zusammen.
Am 4. September 1987 gab es in Glenda Bates Haus eine
Geburtstagsfeier für mich. Auf dieser Party hatte Wayne getrunken
und als wir beide alleine waren fing er an, von dem Mord an den
Sanchezes zu erzählen.
Wayne sagte „Ich und Boo [Willie] haben sie aufgeschlitzt“. Er
erzählte weiter, dass Willie Mr. Sanchez umgebracht hatte und er
(Wayne) dann das Haus verließ, um sich zu übergeben.
Wayne sagte, dass als er wieder zurück ins Haus kam, Mrs. Sanchez
tot war, und sie dann Sachen aus dem Haus in den Wagen brachten. Er
sagte, sie nahmen den Safe und die Autoschlüssel. Er erzählte dann
auch, dass sie in den darauffolgenden Tagen zu dem Haus zurück
gingen, um noch mehr Sachen rauszuholen und dass sich Wayne der
Mordwaffe entledigt hatte, indem er sie von einer Brücke Nähe der
92. und Macinaw geworfen hatte.
Das letzte Mal sah ich Wayne 1991. Wayne sagte abermals, dass er
einen Fehler gemacht habe und versuche, seinen Schmerz geheim zu
halten.
Nachdem Wayne mir erzählt hatte, dass er und Willie die Sanchezes
ausgeraubt und ermordet hatten, ging ich zum Polizeirevier in der
103. Straße und versuchte dort mehreren Polizeibeamten davon zu
erzählen, aber sie drohten mir und sagten, dass ich als Leiche enden
würde, wenn ich nicht den Mund halten würde. Ich habe es auch einem
Polizisten auf der Straße erzählt, aber er sagte, dass ich „genauso
enden würde wie Aaron und Eric“, wenn ich meinen Mund nicht halten
würde. Ich kenne diese Polizisten nur anhand der Straßennamen.
Nach diesem Vorfall trat ein Polizist die Tür meiner Mutter ein. Ich
habe dann nichts weiter unternommen und Chicago verlassen, weil ich
wegen der Drohungen der Polizisten Angst um mein Leben hatte.
Ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich diese Informationen
hatte. Vor kurzem kontaktierte ich dann von meiner Gefängniszelle in
Minnesota aus Eric Caine und sagte ihm, dass ich Informationen habe,
die seine und Aaron Pattersons Unschuld beweisen würden.

Metro - 23. Juli 2002
Zeitungsartikel über die "Burge-Fälle"

Chicago Crusader - 24. Aug. 2002
Gouverneur wird darum gebeten, sich mit dem Todestraktinsassen Aaron
Patterson zu treffen

Es ist an der Zeit Aaron Pattersons Freiheit zu erreichen
Flyer, der einen kurzen Überblick darüber gibt, wer Aaron ist und
darum bittet, an den Gouverneur zu schreiben und ihn um KOMPLETTE
BEGNADIGUNG BASIEREND AUF UNSCHULD zu bitten.

Ein offener Brief an Gouverneur Ryan von Constance
A. "Connie" Howard, First Vice Chair of State Democratic Party of
Illinois, House Chair of Illinois Legislative Black Caucus

A Hell of a Deal - 12. Oktober 2001

Zeitungsartikel aus dem Jahre 2000